Training · Trainingsgeräte
Campusboard: Explosive Kraft für Fortgeschrittene
Holzleisten an einer überhängenden Wand, geklettert wird nur mit den Armen: Das Campusboard ist das härteste Trainingsgerät für Boulderer. Hier erfährst du, was es bringt, ab wann es sinnvoll ist und wie du sicher einsteigst.
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Was ist ein Campusboard?
Leisten, Überhang und keine Füße
Ein Campusboard ist eine leicht überhängende Wand mit waagerechten Holzleisten in gleichmäßigem Abstand. Du hängst nur an den Händen und springst oder ziehst dich von Leiste zu Leiste, die Füße bleiben in der Luft. Erfunden hat es Wolfgang Güllich in den 1980ern im Sportzentrum „Campus“ der Uni Nürnberg, um sich für seine Route Action Directe vorzubereiten. Daher der Name.
Das Wichtigste in Kürze
- Trainiert Maximalkraft, Kontaktkraft und Explosivität
- Nur für Fortgeschrittene nach mehreren Jahren Bouldern
- Hohe Belastung für Ringbänder und Sehnen
- Kurze Einheiten mit langen Pausen
- Nur ausgeruht und gut aufgewärmt
- Nie in müdem Zustand weitermachen
Lohnt sich das?
Vor- und Nachteile
Das bringt es dir
- Explosive Zugkraft für weite Züge
- Schnelles Zugreifen an kleinen Griffen
- Sehr effizientes Training
- Fortschritt gut messbar
Das solltest du wissen
- Hohes Verletzungsrisiko für Finger
- Nicht für Einsteiger geeignet
- Braucht Platz und stabile Montage
Übungen
Die wichtigsten Übungen
Beim Campus zählt Qualität, nicht Menge. Jede Wiederholung sauber und explosiv, sonst lieber aufhören. Die drei Grundübungen:
Leiter
Hand über Hand die Leisten hoch, ohne eine Leiste doppelt zu greifen. Klassisch ist 1-3-5: jede Hand überspringt eine Leiste.
- Kontaktkraft
- Grundübung
Bumps
Eine Hand bleibt, die andere tippt nacheinander mehrere Leisten nach oben an. Kleinere Sprünge, dafür viele saubere Kontakte.
- Präzision
- einseitig
Doppel-Dynos
Beide Hände lassen gleichzeitig los und greifen die nächsthöhere Leiste. Die Königsdisziplin, nur mit viel Erfahrung.
- Explosivität
- Profi
Kaufkriterien
Worauf du achten solltest
Unsere Auswahl
Unsere Empfehlungen
Campus-Leisten aus Holz
Einzelne Leisten zum Selbstbau einer Campuswand, meist in mehreren Größen.
Metolius Campus Rungs
Bekannte Campus-Leisten aus Holz in drei Größen.
Campusboard komplett
Fertige Campus-Boards mit Leisten, falls du nicht selbst bauen willst.
Trainingseinstieg
So startest du
Aufwärmen
Mindestens 20 Minuten: leichte Boulder und lockeres Hängen am Board.
Große Leisten
Starte mit Leitern an den größten Leisten, nur 3 bis 5 Durchgänge.
Lange Pausen
Drei bis fünf Minuten Pause zwischen den Durchgängen, damit jeder Zug explosiv bleibt.
Aufhören, bevor es schlecht wird
Sobald du nicht mehr sauber greifst, ist Schluss. Maximal ein bis zwei Einheiten pro Woche.
FAQ
Häufige Fragen
Ab wann sollte ich am Campusboard trainieren?
Frühestens nach zwei bis drei Jahren regelmäßigem Bouldern und wenn du am Trainingsboard ohne Probleme an kleineren Leisten hängst. Vorher ist das Risiko für Sehnen und Ringbänder zu hoch, und an der Wand lernst du ohnehin mehr.
Was ist der Unterschied zum Trainingsboard?
Am Trainingsboard hängst du meist statisch an einem Griff. Am Campusboard bewegst du dich dynamisch von Leiste zu Leiste. Das trainiert Explosivität und Kontaktkraft, belastet aber deutlich stärker.
Wie oft sollte ich campusen?
Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche reichen, immer ausgeruht. Zwischen zwei Campus-Tagen sollten mindestens zwei Ruhetage für die Finger liegen.
Kann ich ein Campusboard selbst bauen?
Ja, viele bauen es mit einer Platte, einem Rahmen und gekauften Holzleisten selbst. Wichtig sind ein stabiler Unterbau, gleichmäßige Abstände der Leisten und eine sichere Befestigung an der Wand.