Training · Trainingsgeräte

Campusboard: Explosive Kraft für Fortgeschrittene

Holzleisten an einer überhängenden Wand, geklettert wird nur mit den Armen: Das Campusboard ist das härteste Trainingsgerät für Boulderer. Hier erfährst du, was es bringt, ab wann es sinnvoll ist und wie du sicher einsteigst.

ChrisChris · aktualisiert Oktober 2026⏱ 3 Min. Lesezeit

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Was ist ein Campusboard?

Leisten, Überhang und keine Füße

Ein Campusboard ist eine leicht überhängende Wand mit waagerechten Holzleisten in gleichmäßigem Abstand. Du hängst nur an den Händen und springst oder ziehst dich von Leiste zu Leiste, die Füße bleiben in der Luft. Erfunden hat es Wolfgang Güllich in den 1980ern im Sportzentrum „Campus“ der Uni Nürnberg, um sich für seine Route Action Directe vorzubereiten. Daher der Name.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trainiert Maximalkraft, Kontaktkraft und Explosivität
  • Nur für Fortgeschrittene nach mehreren Jahren Bouldern
  • Hohe Belastung für Ringbänder und Sehnen
  • Kurze Einheiten mit langen Pausen
  • Nur ausgeruht und gut aufgewärmt
  • Nie in müdem Zustand weitermachen

Lohnt sich das?

Vor- und Nachteile

Das bringt es dir

  • Explosive Zugkraft für weite Züge
  • Schnelles Zugreifen an kleinen Griffen
  • Sehr effizientes Training
  • Fortschritt gut messbar

Das solltest du wissen

  • Hohes Verletzungsrisiko für Finger
  • Nicht für Einsteiger geeignet
  • Braucht Platz und stabile Montage

Übungen

Die wichtigsten Übungen

Beim Campus zählt Qualität, nicht Menge. Jede Wiederholung sauber und explosiv, sonst lieber aufhören. Die drei Grundübungen:

Leiter

Hand über Hand die Leisten hoch, ohne eine Leiste doppelt zu greifen. Klassisch ist 1-3-5: jede Hand überspringt eine Leiste.

  • Kontaktkraft
  • Grundübung

Bumps

Eine Hand bleibt, die andere tippt nacheinander mehrere Leisten nach oben an. Kleinere Sprünge, dafür viele saubere Kontakte.

  • Präzision
  • einseitig

Doppel-Dynos

Beide Hände lassen gleichzeitig los und greifen die nächsthöhere Leiste. Die Königsdisziplin, nur mit viel Erfahrung.

  • Explosivität
  • Profi

Kaufkriterien

Worauf du achten solltest

Neigung
leicht überhängendsenkrecht
EmpfehlungLeicht überhängend, meist etwa 15 bis 20 Grad. So hängst du frei und kannst nicht mit den Füßen schummeln.
Leisten
groß und rundklein
EmpfehlungMit großen Leisten anfangen. Kleine Leisten erst, wenn die großen dich nicht mehr fordern.
Material
HolzKunstharz
EmpfehlungHolz schont die Haut. Bei vielen Kontakten pro Einheit ist das ein großer Vorteil.
Montage
fest an der Wandmobil
EmpfehlungSehr stabil verschraubt, denn beim Campus wirken durch die Sprünge große Kräfte. Im Zweifel vom Profi montieren lassen.

Unsere Auswahl

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Campus-Leisten aus Holz

Einzelne Leisten zum Selbstbau einer Campuswand, meist in mehreren Größen.

HolzSelbstbau

Metolius Campus Rungs

Bekannte Campus-Leisten aus Holz in drei Größen.

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Campusboard komplett

Fertige Campus-Boards mit Leisten, falls du nicht selbst bauen willst.

fertigMontage nötig

Trainingseinstieg

So startest du

⚠️ Vorsicht: Am Campusboard entstehen viele Fingerverletzungen. Trainiere erst, wenn du am Trainingsboard sicher hängst und schon mehrere Jahre regelmäßig boulderst.
1

Aufwärmen

Mindestens 20 Minuten: leichte Boulder und lockeres Hängen am Board.

2

Große Leisten

Starte mit Leitern an den größten Leisten, nur 3 bis 5 Durchgänge.

3

Lange Pausen

Drei bis fünf Minuten Pause zwischen den Durchgängen, damit jeder Zug explosiv bleibt.

4

Aufhören, bevor es schlecht wird

Sobald du nicht mehr sauber greifst, ist Schluss. Maximal ein bis zwei Einheiten pro Woche.

FAQ

Häufige Fragen

Ab wann sollte ich am Campusboard trainieren?

Frühestens nach zwei bis drei Jahren regelmäßigem Bouldern und wenn du am Trainingsboard ohne Probleme an kleineren Leisten hängst. Vorher ist das Risiko für Sehnen und Ringbänder zu hoch, und an der Wand lernst du ohnehin mehr.

Was ist der Unterschied zum Trainingsboard?

Am Trainingsboard hängst du meist statisch an einem Griff. Am Campusboard bewegst du dich dynamisch von Leiste zu Leiste. Das trainiert Explosivität und Kontaktkraft, belastet aber deutlich stärker.

Wie oft sollte ich campusen?

Ein bis zwei kurze Einheiten pro Woche reichen, immer ausgeruht. Zwischen zwei Campus-Tagen sollten mindestens zwei Ruhetage für die Finger liegen.

Kann ich ein Campusboard selbst bauen?

Ja, viele bauen es mit einer Platte, einem Rahmen und gekauften Holzleisten selbst. Wichtig sind ein stabiler Unterbau, gleichmäßige Abstände der Leisten und eine sichere Befestigung an der Wand.