Einer der wichtigsten Werkzeuge beim Bouldern oder auch Klettern ist der Schuh. Doch ist Schuh gleich Schuh? Es gibt beim Bouldern einige unterschiedliche Schuhformen die deinen Fuß ganz schön in die Mangel nehmen. Du findest hier Tipps, worauf du beim Kauf eines Boulderschuhs achten sollst.
Den richtigen Boulderschuh für Anfänger finden
„Es drückt und zwickt ...“ - Als Anfänger empfindest du Kletterschuhe eher als unbequem und möchtest die Schuhe nicht länger als eine Minute tragen. Aber dies vergeht mit der Zeit. Hersteller haben gerade für Einsteiger Boulderschuhe entwickelt, die über gerade Leisten verfügen und auf große Vorspannung verzichten. Die Sohlen sind hier meistens besonders hart und unterstützen den Halt bei kleinen Tritten.
Marken gibt es viele, beispielsweise Red Chili, Five Ten, Boreal, Mammut, Sportiva, Mad Rock, Scarpa... and so on and so on. Einfache Schuhe kosten um die 40-60 €. Du kannst natürlich auch 90-120 € für einen Boulderschuh ausgeben. Zudem ist die Frage, was kannst und willst du für einen guten Schuh ausgeben?
Boulderschuhe sind vergleichsweise weicher und werden für kurze Touren verwendet. Schuhe für längere Touren, die üblicherweise draußen stattfinden, sind eher härter und ermöglichen dem Fuß mit wenig Kraftaufwand länger zu stehen und den Fuß somit zu entlasten.
Die Arten des Boulderschuhs
Bei Boulderschuhen gibt es 3 verschiedene Arten von Schuhen, welche sich nach der Art des Verschlusses unterscheiden.
- Klettverschluss (bekannt als Velcros)
- Schnürschuh
- Slipper
Für welche du dich entscheidest und welche Verschlussart du bevorzugst liegt an deinen Vorlieben. Ich kann dir zu beginn jedoch Boulderschuhe mit Klettverschluss also "Velcros" empfehlen, da diese viel einfacher zu handhaben sind, was das aus- und anziehen angeht.
Schnürrschuhe beim Bouldern finde ich persönlich eher lästig, denn zwischen den Boulderrouten legt man gerne mal eine kurze Pause ein und entspannt seine Füße. Daher geht beim an- und ausziehen bei Schnürrschuhen einiges an Zeit drauf.
Slipper sind super, aber wenn es um den Ein- oder Ausstieg der Schuhe geht, werden diese zur Höllenqual.
Socken im Boulderschuh tragen?
Definitiv nein! Warum? Der Boulderschuh sollte sich perfekt an deine Füße schmiegen, sodass er quasi wie eine Socke sitzt. Das ist gerade bei High-Perfomance Schuhen so und würde man mit zusätzlichen Socken zunichte machen, sodass du deinen Untergrund nicht wirklich spürst. Vorteil für Träger mit Socken: Die Boulderschuhe stinken nicht - aber gegen stinkende Boulderschuhe kann man mit guten Hilfsmitteln einiges rausholen.
Das Material bei Boulderschuhen
Darf es Leder oder Synthetik sein? Auch das Obermaterial ist bei Boulderschuhen wichtig und können sich je nach Material stark oder weniger weiten. Daher ist beim kauf eines Boulderschuhe darauf zu achten welche Schuhgröße man wählt.
Schauen wir uns Schuhe mit dem Obermaterial aus Leder an: Die Besonderheit bei Leder ist, dass es sich mit der Zeit und unter starker Belastung ausdehnt und der Boulderschuh somit weiter wird. Solltest du also einen Boulderschuh aus Leder kaufen, achte darauf, dass die Schuhe 1-1,5 Nummer kleiner gekauft werden sollen. Aber das ist doch viel zu eng? Ja das muss so :), denn sonst werden die Schuhe während des Bouldern zu groß und du fällst aus den Latschen 😉
Was ist mit Boulderschuhe aus Synthetik? Boulderschuhe aus Synthetik kannst du ohne Bedenken in deiner Schuhgröße kaufen, denn diese weiten sich kaum bis überhaupt nicht.
Ich stelle dir eine Frage: Worauf achtest du, wenn du normale Schuhe kaufst? Ich achte auf Preis, Marke, Optik und Einsatzgebiet. Klar kannst du diese Punkte auch beim kauf von Boulderschuhen nutzen, dennoch zählt hier mehr das Einsatzgebiet und die Bequemlichkeit.
Die Sohle bei Boulderschuhen
Die Sohle bei Schuhen zum Bouldern sind quasi das Herzstück des Ganzen und auch hier gibt es wieder maßig Unterschiede. Es gibt Schuhe mit durchgehender, leicht gekrümmter bis stark gekrümmter Sohle. Welche weiteren Unterschiedes es gibt, erkläre ich dir nun:
Die Härter der Sohle
Ist die Sohle weich, spürst du jeden kleinen Tritt an den Füßen und musst somit auch viel mehr Kraft aus den Füßen holen. Ist die Sohle hingegen hart, kann man mit sehr wenig Kraftaufwand auf kleinen Leisten oder Tritten stehen, was wiederum für deinen Fuß angenehmer ist. Besorge dir als Anfänger also einen Boulderschuh mit einer etwas härteren Sohle.
Vorspannung und Downturn
Beim Bouldern geht es hauptsächlich darum, Klettertechniken anzuwenden. Dabei wird die Kraft aus dem Fuß auf die Zehen oder die Ferse konzentriert. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Übung. Zu Beginn brauchst du dir jedoch keine großen Gedanken um starke Vorspannung oder Downturn machen und solltest auf Boulderschuhe setzen, die eine Flache bis leichte Krümmung besitzen.
Welcher Boulderschuh passt denn nun zu mir?
Für einen Anfänger sind die Promodelle erstmal zu teuer und durch den starken downturn viel zu unbequem. Davon rate ich dir erstmal ab! Denn das kann schmerzen und fiese Druckstellen an den Füßen geben. Auch ein Schuh mit Klettverschluss kann zu Beginn nicht schaden. Somit kannst du deine Schuhe schneller aus- und anziehen und deinen Füßen zwischen den Boulderrouten eine kurze Pause gönnen (das empfehle ich dir sehr). Daher solltest du zu beginn deines neuen Lieblingssports auf bequeme Boulderschuhe setzen, mit leichten downturn und einer dickeren Sohle Sohle.
Achte als Einsteiger beim Kauf von Boulderschuhen also auf die folgenden Kriterien:
- stabile und rutschfeste Sohlen
- eine angenehme Passform
- Leder oder Synthetik?
- reibungsstarke Schuhsohlen
- kaum bis leichter Downturn sowie Vorspannung
- Klettverschluss
- Bezahlbarer Preis